Du musst deinen Aufenthaltstitel mehr schätzen!

Ich habe zwei Schüler in meiner Klasse, die von Anfang an sehr gut befreundet waren und gerne zusammenarbeiten. Der eine kommt aus dem Kosovo, der andere aus Syrien. In der letzten Woche bemerkte ich jedoch, dass ein Konflikt zwischen den beiden besteht. Während einer meiner Stunden stellte sich dann heraus, was dahintersteckte: Der Junge aus dem Kosovo hat vor kurzem erfahren, dass der Asylantrag seiner Familie abgelehnt wurde. Laut der Entscheidung ist sein Heimatland ein sicheres Land, wohin die Familie bald zurückkehren muss. Dieser Junge hat sein Bestes getan um Deutsch zu lernen, wurde an einem Gymnasium teilintegriert. Er hat sich während des Asylverfahrens gut eingelebt. Auf der anderen Seite hat sein syrischer Freund zwar einen sicheren Aufenthaltstitel, sträubt sich jedoch dagegen, in der Stadt, in der Schule und in der Sprache anzukommen. In der Unterrichtsstunde kam es dann zu einem Ausbruch des Konfliktes, der schon seit Tagen zwischen den beiden bestand. Der Junge aus dem Kosovo schrie den jungen Syrer an, warf ihm vor, dass er seine Möglichkeit in Deutschland leben zu dürfen nicht genug schätze. In Tränen versuchte er seinem Freund zu erklären, dass viele Menschen auf dieser Welt viel dafür tun würden, ein Aufenthaltsrecht in Deutschland zu bekommen. Für mich war es wichtig diesen Konflikt im Unterricht aufzugreifen und mich mit meinen SchülerInnen darüber zu unterhalten, welche Gründe es dafür gibt, dass Menschen sich auf dem Weg machen und in ein anderes Land wechseln und welche Konsequenzen es hat, wenn jemand sich auf dem einem oder anderen Endpol des Kontinuums von freiwilliger und erzwungener Migration befindet.

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