“Übersetzten Sie bitte aus dem Englischen ins Deutsche” alias sprachsensibler Fremdsprachenunterricht

Vor kurzem konnte ich einen weinenden Schüler nicht trösten. Er ist teilintegriert und Englisch war für ihn das einzige Fach, in dem er sich erfolgreich fühlte und am Unterricht Spaß hatte. An einem Tag schrieb aber die Klasse einen Test, in dem eine der Aufgaben eine Übersetzungsaufgabe aus dem Englischen ins Deutsche war. Er kam zu mir und weinte, weil er sogar im Englischunterricht nach seinen Deutschkenntnissen gefragt wurde. Ich wusste nicht, wie ich ihn überhaupt trösten sollte und was ich tun könnte, damit solche peinliche Situationen in der Zukunft vermieden werden könnten. Haben Sie einen Ratschlag?

2 Antworten

  1. Solche Situationen habe ich auch schon erlebt. So beschwerte sich eine Englischlehrerin darüber, dass die Schüler das (englisch-deutsche) Wörterbuch nicht benutzten, ohne zu realisieren, dass Englisch zu diesem Zeitpunkt noch die stärkste weitere Sprache dieser Schüler war. Da hilft nur, mit den Kolleginnen (oder Kollegen!) zu sprechen und ihnen das Problem klar zu machen. Ich habe gesagt: “Stellen Sie sich vor, Sie sollten Polnisch lernen, aber mit Instruktionen und Wörterbüchern auf Russisch.” Das hat sie, glaube ich, wenigstens zum Nachdenken gebracht.

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