DaZ in einem sprachlich homogenen Klassenzimmer

Ein wichtiger Baustein der DaZ Didaktik ist, dass diese mit einer sprachlichen und kulturellen Vielfalt unter den SchülerInnen im Unterricht rechnet und auf dieser aufbaut. Zurzeit habe ich immer mehr Unterrichtstunden, in denen ich aber eine sprachlich homogene Gruppe habe. Ich fühle mich in diesen Stunden eher so, als ob ich eine ins Ausland entsendete Lehrkraft wäre, die eine Fremdsprache unterrichtet. Die Zusammensetzung wirkt sich natürlich auch enorm auf die Aufgabenstellung und -verteilung aus, weil ich in diesen Stunden die Schüler nur sehr künstlich dazu bringen kann, die Aufgaben auf Deutsch zu lösen und dabei nicht die Erstsprache zu verwenden. Sie fühlen sich nämlich genauso komisch wie ich mich damals im Englischunterricht fühlte, als ich mit meiner besten Freundin plötzlich auf Englisch kommunizieren musste, nur weil der Lehrer es so wollte.

Eine Antwort

  1. Auch ich habe schon sprachlich und kulturell scheinbar homogene Gruppen gehabt, z. B. in den 90ern Gruppen mit überwiegend russischsprachigen Spätaussiedlern. Hier kann man wunderbar kontrastiv arbeiten und die Herkunftssprache und -kultur stärker als das sonst möglich ist einbeziehen. Damit genügen wir dann besser der Forderung an den DaZ-Unterricht, Zwei- bzw. Mehrsprachigkeit zu fördern.
    Situationen “wie im Englischunterricht” sollte es nur im Ausnahmefall, also in vereinzelten Übungsphasen, geben. Auch wenn alle DaZ-Schüler Arabisch als Erstsprache haben, so leben sie doch immer noch im zielsprachigen Land und haben Lehrer und Mitschüler, die kein Arabisch können. Das ist schon anders als im Englischunterricht.
    Es liegt an uns, wie wir die Besonderheiten unserer DaZ-Gruppen optimal für den Lernprozess nutzen.

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