Therapie

Oft hört man von KollegInnen, dass sie zwar bei dem einen oder anderen Schüler mit Fluchterfahrung den Bedarf für eine Psychotherapie erkennen, sich aber nicht sicher sind, ob eine Therapie ohne ausreichende Deutschkenntnisse möglich ist. Soweit ich weiß, gibt es in der Kinder- und Jugendpsychiatrie viele Formen der nonverbalen Therapie (Musiktherapie, Bewegungstherapie, Sporttherapie etc.). Meines Erachtens wäre ein wichtiger erster Schritt, dass die KollegInnen, nachdem sie Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung erkannt haben und eine psychologische Hilfe für den Schüler als gewinnbringend einstufen, den Schüler tatsächlich zum Arzt bringen. Der Psychotherapeut, bzw. die Ambulanz im Falle einer Klinik kann dann selbst entscheiden, ob er/sie das Kind aufnimmt oder nicht. Vor kurzem habe ich einen Schüler mit begrenzten Deutschkenntnissen auch zum Arzt begleitet, und er wurde sofort aufgenommen. Seitdem hatte er schon die dritte Sitzung und hat Hoffnung auf den Wiederaufbau seiner psychischen Gesundheit.

2 Antworten

  1. Katrin sagt:

    Mit Sicherheit benötigen einige unserer Schüler professionelle psychologische oder psychotherapeutische Betreuung.

    Wir als DaZ-Lehrer verbringen mit den Kindern einen Großteil ihres Alltags und deshalb sehe ich es wie meine Vorrednerin, dass wir durch dieses Zeit-miteinander-verbringen auffällige Verhaltensweisen bei
    Schülern zu erkennen in der Lage sind.
    Und wir machen uns natürlich auch Gedanken über professionelle Hilfe für diese Schüler.
    Doch wie können wir Ihnen helfen?
    Die hier genannte Privatinitiative kann nur die Ausnahme sein.
    Da bewegt man sich auf dünnem Eis.

    Wir müssen diesen Kindern über den offiziellen Dienstweg helfen.
    Dies aus zwei Gründen.
    Wir sind Teil eines Systems, Angestellte im öffentlichen Dienst und müssen uns administrativ und juristisch in diesem System bewegen.
    Außerdem muss unser Arbeitgeber über die Notwendigkeit der psychologischen Betreuung traumatisierter Schüler informiert werden.
    Er braucht Fakten und Zahlen, um tätig zu werden.
    Des Weiteren ist es die Aufgabe der SBA uns als Lehrern zur Seite zu stehen.
    Also müssen wir sie in Zusammenarbeit mit der Schulleitung informieren und insistieren.

    Wir können uns nicht privat um alles kümmern. Das ist nicht unsere Aufgabe und das sprengt auch unsere Kapazitäten.
    Ich spreche im Plural, weil ich aus Erfahrung weiß, dass es so ist und deshalb verallgemeinere.
    Keiner ist Superman.

    Was wir tun können ist, uns untereinander auszutauschen, als DaZ-Lehrer, mit unseren Fachberatern und im Ergebnis vielleicht einen Status zu erstellen, der die Notwendigkeit zum Tätigwerden verdeutlicht.
    Dieses Ergebnis legen wir dann unserer Referentin in der Sächsischen Bildungsagentur vor.

    Was haltet ihr davon?

  2. Genia Richter sagt:

    An dieser Stelle möchte ich zwei Stellen in Leipzig nennen, an die wir SchülerInnen vermitteln können, die mit Posttraumatischen Belastungsstörungen zu kämpfen haben.

    Bei einer Infoveranstaltung für Lehrkräfte beim Psychotrauma Zentrum Leipzig e.V. haben sich Psychologen vorgestellt, die mir sehr kompetent und einfühlsam bei dem Thema Traumatisierung durch Krieg und Flucht erschienen.
    http://www.psychotraumazentrum-leipzig.de

    Außerdem ist eine libysche Schülerin von mir gerade wöchentlich bei dem Kinder- und Jugendhilfeträger Plan L in Therapiesitzungen. Sie arbeitet mit einem Psychologen, der Arabisch spricht.
    http://www.planl-leipzig.de/angebot02.html

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